• 04. - 07. September 2012
    Fulda
    Jahresreise 2012 in die Ardennen
    Exkursion "Ardennenoffensive 1944"
    Besuch 52. US-Jagdgeschwader
  • 24. - 26. August 2012
    Koblenz
    Wochenendseminar in Königswinter
    "Neue Herausforderungen und
    Risiken des 21. Jahrhunderts"
  • Di, 26. Juni 2012
    Kassel
    Tagesfahrt
    nach Wiesbaden
  • Di, 26. Juni 2012
    Koblenz
    Vortragsabend
    "Syrien: Hindernis oder Schlüssel
    für eine Friedenslösung in Nahost?"
  • 22. - 24. Juni 2012
    Rhein - Main
    JKS-Sommerseminar 2012
    "Sicherheit und Kultur"
    in Königswinter
  • Di, 19. Juni 2012
    Bad Neuenahr - Ahrweiler
    Truppenbesuch bei der
    Heeresflieger-Waffenschule
    in Bückeburg
  • Do, 14. Juni 2012
    Saar
    Vortragsabend
    "Eine Krise der Europa-Idee oder
    eine Krise des Euro?"
  • Mi, 13. Juni 2012
    Rhein - Main
    Das sicherheitspolitische
    Gespräch im PAULANER
    Wiesbaden
  • Di, 12. Juni 2012
    Kaiserslautern
    Vortragsabend
    "Die Folgen der Finanzkrise
    für das globale Machtgefüge"
  • Do, 24. Mai 2012
    Rhein - Main
    Sommerforum 2012 - Oppenheim
    "Afghanistan - Lösungsansätze für die Zeit nach 2014"
  • Di, 22. Mai 2012
    Wetzlar / Lahn - Dill
    Vortragsabend
    "Angespannte Sicherheit -
    (Un-)Sicherheitslage Berlins"
  • Fr, 18. Mai 2012
    Marburg
    Vortragsabend
    "Wilhelm II. -
    Der letzte Kaiser"
  • Mo, 14. Mai 2012
    Neustadt a.d.W. - Landau/Pfalz
    Presseecho
    zur Jubiläumsveranstaltung
    "60 Jahre GfW"
  • Do, 03. Mai 2012
    Frankfurt/M. - Gießen
    Pressebericht zum Vortrag
    an der Herder Schule
    "Schüler stellen sich Krisenfragen"
  • So, 29. April 2012
    Frankfurt/M. - Gießen
    Nachschau 22. Busecker Forum
    "Von der Weltwirtschaftkrise zur 'Weltordnungskrise'"
  • So, 29. April 2012
    Saar
    Eigenbericht zum Vortragsabend
    "Aufbau einer Polizeiorganisation in Afghanistan"
  • Mi, 25. April 2012
    Bad Neuenahr - Ahrweiler
    Pressebericht
    "Attraktivität und Einsatzfähigkeit der Bundeswehr verbessern"
  • Mo, 23. April 2012
    Fulda
    Eigenbericht zum Vortrag
    "Frauen im Islam"
  • Mi, 14. März 2012
    Bad Neuenahr - Ahrweiler
    Pressebericht
    "Islamische Visionen und realpolitische Grenzen"

Nachschau - Vortrag MdB Sibylle Pfeiffer

 

„Die Kinder sollen in die Schule gehen“

MdB Sibylle Pfeiffer sprach bei der GfW über Entwicklungshilfe

Wetzlar (wh). In einem Vortrag zum Thema „Zusammenhänge zwischen wirtschaftlicher Zusammenarbeit, Entwicklungshilfe und Sicherheitspolitik an ausgewählten Beispielen“ sprach die Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Sibylle Pfeiffer (CDU), vor den Mitgliedern der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, Sektion Wetzlar Lahn/Dill, und deren Gästen.

„Sie haben jemanden eingeladen, der kein Verteidigungspolitiker, kein Sicherheitspolitiker und kein Außenpolitiker ist, sondern Entwicklungspolitikerin ist“. Damit machte Sibylle Pfeiffer deutlich, wie sehr Entwicklungspolitik ein „echtes querschnittliches Thema“ ist. „Wenn wir Entwicklungspolitik machen, machen wir Außenpolitik; Sicherheitspolitik, Friedenspolitik, Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik aber auch Innenpolitik. Überall ist die Entwicklungspolitik angedockt,“ so Pfeiffer. Sie führte als Beispiel Afghanistan an, wo die Bundeswehr, wie sie sich selbst in Mazar-i-Sharif überzeugen konnte, hervorragende Leistungen erbringe. Die Sicherheit müsse auch am Hindukusch verteidigt werden, sie müsse dort bekämpft werden, wo die Gefahr entsteht, dort wo sie ihre Basis hat, so die Entwicklungspolitikerin. Ohne Sicherheit sei keine Entwicklungspolitik möglich. „Es geht nur mit Sicherheit und ohne Sicherheit kein Wiederaufbau“.

„Entwicklungspolitik geht nur über die Frauen“, war sich die Bundestagsabgeordnete sicher, und führte wiederum Afghanistan an, ein Land, in dem 80 Prozent der Bevölkerung Analphabeten sind. Auch in Deutschland sei der Wiederaufbau nach dem Kriege durch Frauen und Hilfe von Außen geschafft worden. Weil Deutschland ein rohstoffarmes Land sei, seien wir auf diese angewiesen. Daher sei „Entwicklungspolitik gleich Friedenspolitik gleich Sicherheitspolitik“. Wir versuchen vor Ort eine relative Stabilität und Struktur herzustellen, denn das ist eine Investition in die Zukunft, so Sibylle Pfeiffer.

Die Bekämpfung der Armut sei ein wichtiges Ziel, denn Terror gedeihe dort am Besten wo Armut herrsche. Deshalb sei Armutsbekämpfung ein wichtiger Bestandteil deutscher Entwicklungs- und Sicherheitspolitik, die immer im UN- oder NATO-Mandat erfolge. Armutsbekämpfung sei aber auch Arbeit an den Strukturen.

Eine der wichtigsten Aufgaben als Politikerin sieht Sibylle Pfeiffer der Pflicht zur Erhaltung der Demokratie in unserem Land, in dem alle wählen gehen. „Für diese kleine Pflicht lassen sich Menschen in anderen Ländern einsperren, foltern und umbringen“, so Pfeiffer bei ihrem Vortrag im Wetzlarer Waldcafe.

Deutschland gibt in der Entwicklungshilfe nicht einfach Geld. Entwicklungshilfe wirkt unterstützend. Nur mit Strukturen, die gewährleisten, dass die Gelder dort ankommen, wo sie hingehören. Zum einen gegen die Armutsbekämpfung und zum anderen zur Stabilisierung in der Gesellschaft. Bei korrupten Regierungen gibt es keine Unterschrift, keine Beratung und kein Abkommen. Entwicklungspolitik wird nur in Absprache mit den Regierungen gemacht und auch nur das, was vereinbart wurde. Ohne die Regierung und die Mitnahme der Gesellschaft gibt es keine Gelder. Auf der Unterstützungsliste deutscher Entwicklungspolitik stehen Schulen, Bildung, Ausbildung (z.B. unser Duales Ausbildungssystem), ländliche Entwicklung, Gesundheit und Krankenhäuser.

Anhand des Bundeshaushalts 2008 zeigte Sibylle Pfeiffer auf, dass die Ressorts Arbeit und Soziales 44 Prozent und die Bundesschuld 15 Prozent bekamen, während das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dagegen nur 2 Prozent ausmachte.

Eines der größten Probleme sei AIDS in Afrika, denn 64 Prozent der Menschen sind daran erkrankt. Betroffen seien diejenigen, die im Alter von 15 bis 45 Jahren die Volkswirtschaft tragen müssten. Als weiteres Problem stellt sich die Familienplanung in den Entwicklungsländern dar, zusammen mit der Religion oftmals zum Problem wird. Eines der wichtigsten Themen sind die „Frauenrechte gleich Menschenrechte“ in der Entwicklungszusammenarbeit. Am Beispiel einer jungen Frau, genannt Eden, in Äthiopien zum Vergleich mit Julia aus Deutschland, zeigte Pfeiffer die wesentlichen Unterschiede von Tradition und Kultur auf. „Wir sind da erfolgreich, wo wir mit den Frauen zusammenarbeiten“, zugleich musste die Abgeordnete auch feststellen, dass dies meist in den muslimischen Ländern nicht funktioniert. In diesem Zusammenhang unterstützt das Finanzierungsmodell der Mikrofinanzierung Frauen in ihrer erfolgreichen Arbeit. Auf die Frage, warum Frauen Kleinkredite aufnehmen, hat Sibylle Pfeiffer immer nur eine Antwort erhalten: „Die Kinder sollen in die Schule gehen“.

Als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungbereist Sibylle Pfeiffer viele Länder und schaut darauf, wie die deutschen Staatsgelder eingesetzt werden. Anhand von einigen Bildern zeigte sie wie Entwicklungshilfepolitik erfolgreich gestaltet werden kann. Erfolgreiche Entwicklungshilfe sei aber auch die Vorbereitung für Absatzmärkte von Morgen.

In der Diskussion, die leider etwas zu kurz kam, konnten einige kritische Themen angesprochen werden: dazu gehörten Probleme in den Ländern wie Simbabwe, Palästina, Südkorea, Mozambique, Bangladesch oder Nepal sowie das Engagement von deutschen Firmen in Entwicklungsländern.

Oberstleutnant a.D. Uwe-H. Pradel, Sektionsleiter Wetzlar – Lahn/Dill der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) hatte mit seinen Vorstandmitgliedern Oberstleutnant a.D. Hartmut Großkreuz und Norbert List, die Veranstaltung vorbereitet und moderiert Als nächstes ist am 25. März 2009 im Großen Sitzungssaal des Kreishauses eine Podiumsdiskussion zum deutschen Engagement in Afghanistan in der Vorbereitung.

Text und Fotos:   OTL a.D. Walter-Hubert Schmidt, Freier Journalist,

                          Hermann-Löns-Weg 10, 35638 Leun

                          Telefon: 06473-8693

                          Mobil:    0177-3131041

                          Fax:      06473-411836

                          eMail:    w.-h.schmidt@t-online.de

 

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