|
|
|
|
|
|
Konflikte in Europa Nikolaus Schmeja sprach bei der GfW Wetzlar (wh). Zu einem Vortrag mit dem Thema „Offene und verdeckte Konfliktfelder in Europa“ hatte die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW), Sektion Wetzlar Lahn/Dill eingeladen. Zum ersten Mal konnte der Sektionsleiter, Oberstleutnant a.D. Uwe-H. Pradel, Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP), die Fraktionsvorsitzende der FDP Kreistagsfraktion, Sigrid Kornmann, und den stellvertretenden Vorsitzenden des Ausländerbeirates, Irfan Tekin, im Waldcafe in Wetzlar begrüßen. Der Referent, Oberst a.D. Nikolaus Schmeja aus Tübingen, stellte fest, dass Europa – abgesehen vom Balkankonflikt – seit 60 Jahren keinen Krieg erlebt habe. Dennoch seien zahlreiche Konflikte möglich, die wenigsten davon militärischer Natur. Heute gewinnen Konflikte Formen, die nicht mehr die Existenz bedrohen. „Wenn heute in Asien oder in Südostasien oder wo auch immer etwas passiert, dann hat das Folgen für uns“, so Schmeja über die Verflechtungen in der heutigen Welt. Viele ärmere Länder erleben Veränderungen, die eine Neuorientierung notwendig machten und sie dadurch ihre Identität verlören. Ein Teil der Konflikte in Europa sei durch solche gewaltige Unterschiede entstanden, so der Referent mit Blick auf den Balkan. Die entscheidenden Veränderungen fänden derzeit in Eurasien statt, denn das Zentrum habe sich vom Atlantik zum Pazifik verlagert. Fünf große Mächte bestimmen derzeit das Weltgeschehen: USA, China, Indien - mit enormem Wirtschaftswachstum -, Russland und Europa. Sie könnten über die zukünftige Weltordnung entscheiden. Europa, ein Kontingent von dem die meisten Kriege ausgingen, ist heute umgeben von Konfliktzonen: Nordafrika, Nahost, Mittelost, Kaukasus, Zentralasien und Russland. Hier seien neue Formen der Kooperation zu finden. Nach der Bewertung des Bedrohungspotentials der NATO sei dies keine Militäraufgabe: mangelnde Stabilität, Wirtschaftsschwächen, soziale Spannungen, organisierte Kriminalität, Überbevölkerung, Punkte aus denen sich wiederum blutige Konflikte bilden könnten. Vor allem organisierte Kriminalität könnte ihre Ansprüche mit Gewalt durchsetzen. Die Rolle des Militärs sei eher präventiv oder in der Rolle des Peacekeeping. Schmeja ging der Frage nach, was heute die Ursachen von Konflikten seien und was zu Gewalt führe. An erster Stelle wurde im europäischen Dokument die Armut genannt. Nach Schmeja muss Armut nicht sein. So habe Nigeria durch Verkauf von Rohöl 600 Mrd. Dollar eingenommen. Es wurden keine Straßen ausgebaut und nicht in Bildung investiert. Klanstrukturen führten dazu, dass einige wenige reich wurden. „Europa müsse Südosteuropa integrieren und Risiken eingehen“, so Schmeja, der daraus folgerte, dass Politik in dieser Region eigentlich europäische Innenpolitik sei. Am Beispiel des Region Kaukasus zeigte der Referent Bevölkerung, Geographie und die Folgen der Energieversorgung Russlands auf. Ein weiterer Krisenherd sei die Mittelmeerregion, die schon immer verbindenden– aber auch trennenden Charakter hatte. Dabei sei der Konflikt Griechenland – Türkei ein lösbarer, meinte Schmeja. Sehr bedingt habe das mit Militär zu tun; wirtschaftliche, gesellschaftliche Bemühungen und Integrationsbemühungen, die einen Umbruch im Denken bringen. Separatismus, Terrorismus und Organisierte Kriminalität, die sich immer stärker politisch engagiert, müssten bekämpft werden.
|
|
|
Fotoshow zur Veranstaltung
|
|
|
|





