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Vortragsabend
zum Thema
Im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland -
mein jüngster Einsatz mit KFOR im Kosovo
Referent:
Oberleutnant
Christian Frank
GebJgBrig 23, Bad Reichenhall
mit einem Grußwort von
Oberbürgermeister Wolfram Dette
und Vorstellung des
Jahresprogramms 2011
am Montag, 31. Januar 2011,
19.00 Uhr
im Café Waldhof,
Magdalenhäuser Weg 40,
Wetzlar (300 m oberhalb des
Tierheims)
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Pressebericht

vom 03.02.2011
„Den Kosovo darf
man nicht allein lassen“
Oberleutnant
Christian Frank berichtet über seinen Einsatz
auf der Balkanhalbinsel
Wetzlar (hg). Über seinen
fünfmonatigen Einsatz im Kosovo letztes Jahr hat Oberleutnant
Christian Frank am Montagabend im Wetzlarer Café „Waldhof“ am
Magdalenenhäuser Weg berichtet. Zu dem Vortrag eingeladen hatte den
derzeit in Bad Reichenhall beim Gebirgs-Aufklärungsbataillon 230
stationierten Bundeswehr- Offizier die hiesige Sektion der
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik mit
Luftwaffen-Oberstleutnant a.D. Hartmut Großkreuz (Ehringshausen)
an der Spitze.

Sektionsleiter
Hartmut Großkreuz (links) und Oberbürgermeister
Wolfram Dette (rechts) begrüßten Oberleutnant Christian
Frank zu seinem Vortrag über den Kosovo. (Foto: Henning)
Frank bedauerte es, dass
inzwischen im Zuge der Berichterstattung über Afghanistan
der südeuropäische Kleinstaat auf der Balkanhalbinsel aus dem Blick
der Öffentlichkeit geraten sei. Er wies darauf hin, dass die Lage in
dieser Region nach wie vor für Deutschland von sicherheitspolitischem
Belang sei, wenn man bedenke, dass die geographische Entfernung von
dort nach Hamburg 1300 Kilometer und die Distanz nach München
lediglich 900 Kilometer ausmache.
„Der Balkan war immer für die
Sicherheitspolitik in Mitteleuropa relevant“, erinnerte Frank an das
Spiel der Kräfte auf unserem Kontinent in der Vergangenheit.
Das Land hängt am EU-Tropf
Die dort 1999 eingerückten
Nato-Truppen würden zwar derzeit reduziert und deren
Sicherheitsauftrag von Polizeikräften übernommen. Dass der Kosovo mit
einem lediglich 11.000 Quadrat-Kilometer großem Territorium und nur
1,8 Millionen Einwohnern vor zwei Jahren „einseitig“ seine staatliche
Unabhängigkeit erklärt habe, gebe Anlass zur Sorge über die
Überlebensfähigkeit dieses Kleinstaates, urteilte Frank.
Wirtschaftlich hänge der
Kosovo bei einer Arbeitslosenquote von 40 Prozent „am Tropf der
Europäischen Union“. Ebenso gäben die dort anzutreffende
Völkervielfalt, die unterschiedliche Religionszugehörigkeit der
Bevölkerung und der verschiedenartige Zusammenhalt der Familien
Anlass, das Land nicht sich selbst zu überlassen, betonte Frank. Hinzu
käme eine hohe Korruptionsanfälligkeit – auch in höchsten
Regierungsämtern.
Zuvor hatte Oberbürgermeister
Wolfram Dette (FDP) in einem Grußwort für die Wetzlarer Stadtregierung
vor den 50 Besuchern des ersten Vortragsabends der hiesigen
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik im neuen Jahr darauf
hingewiesen, dass sich mit dem Ende des Kalten Krieges die
sicherheitspolitische Situation global verändert habe und deutsche
Sicherheitspolitik „nicht mehr isoliert von der weltpolitischen Lage
mit ihren komplexen Fragen gesehen werden“ könne.
Bei militärischen Einsätzen müssten gleichzeitig außen-, wirtschafts-,
sozial- und nicht
zuletzt umweltpolitische Fragen ins Spiel gebracht werden, um eine
wirkungsvolle Befriedung einer Region zu erreichen.
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