
Vortragsabend
zum Thema
Angespannte Sicherheit - Die besondere ( Un-) Sicherheitslage der Hauptstadt Berlin
Referent:

Polizeidirektor Friedrich-Christian Wähmann
Ltd. Polizeidirektor, Berlin
am Dienstag, 22. Mai 2012, 19:00 Uhr
im Café Waldhof, Magdalenenhäuser Weg 40,
Wetzlar (300 m oberhalb des Tierheims)
*****
Pressebericht
![]()
vom 25.05.2012

Sektionsleiter Hartmut Großkreuz von der Gesellschaft für Wehr- und
Sicherheitspolitik (r.) begrüßte den Leitenden Polizeidirektor
Friedrich-Christian Wähmann (l.) aus Berlin zu dessen Vortrag
in Wetzlar. (Foto: Henning)
Polizei hat Berlin im Griff
Experte spricht bei Wetzlars Wehrkunde-Gesellschaft
Wetzlar (hg). Als eine nicht zu unterschätzende Gefährdung der öffentlichen Sicherheit in Deutschland hat Friedrich-Christian Wähmann die organisierte Kriminalität beurteilt. Der Leitende Polizeidirektor aus Berlin sprach jetzt in Wetzlar über die Struktur und die Arbeitsweise der Polizei in der Bundeshauptstadt.
Eingeladen zu dem Referat im Café Waldhof hatte die heimische Sektion in der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik.
Der Ländergrenzen übergreifende Rauschgift- und Menschenhandel sowie Schutzgeld- Erpressungen seien schlimmer als die Bedrohung, die derzeit vom internationalen Terrorismus ausgehe, betonte der Polizeioffizier. Sie sei mit einem „Pulverfass“ vergleichbar, das irgendwann einmal hochgehen könnte. Dem mitunter von Medien erweckte Eindruck, Berlin sei ein unsicheres Pflaster und die dortige Sicherheitslage sei angespannt, wies Wähmann allerdings zurück.
Ost und West harmonieren
Die Berliner Polizei sei mit ihren sechs Direktionen und insgesamt 22 500 Polizeibeamten und Zivilbeschäftigten auf „unfriedliche und demonstrative Lagen“ eingestellt. Als Beispiele nannte Friedrich-Christian Wähmann die alljährlichen Ereignisse am 30. April und am 1. Mai in der 3,4-Millionen-Einwohner-Stadt.
Bei angespannten Sicherheitslagen wie jenen rund um den 1. Mai sei die Berliner Polizei allerdings bei einem Personalbedarf von 3600 Einsatzkräften auf die Hilfe anderer Bundesländer angewiesen, zumal der reguläre Polizeidienst dann weiterhin sichergestellt sei müsse.
Mit einem kritischen Unterton stellte Wähmann fest, das Land Hessen habe in vergangenen Zeit Eigenbedarf angemeldet und mit seiner Unterstützung nachgelassen.
Mit sichtlichem Stolz berichtete der Leitende Polizeidirektor von der Zusammenführung der Polizeiorgane im West- und Ostteil der Stadt nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989. Zwei Welten seien damals aufeinander gestoßen. Das Sich-Zusammenfinden habe zwar die Polizeiführung „mehrere Jahre beschäftigt“. Inzwischen erfreue sich der Polizeidienst in allen Teilen des wiedervereinigten Berlin aber einer „ganz tollen Zusammenarbeit“, schwärmte Wähmann.
Unter den 40 Teilnehmern des Vortragsabends befanden sich neben dem Leiter der Kriminalpolizei Lahn-Dill, Kriminaloberrat Frank Göbel, auch der Geschäftsführer des Wetzlarer Fördervereins „Pro Polizei“, Erster Hauptkommissar Matthias Hundertmark von der Polizeistation Gießen Süd, und Staatsanwalt Bernd Weiß von der Wetzlarer Zweigstelle der Limburger Strafverfolgungsbehörde.



