Nachschau - Veranstaltung am 13.02.2014

 

Vortragsabend

zum Thema

Die derzeitige Lage im Nahen Osten

aus Sicht des Staates Israel

Referent:

Colonel Erez Katz

Militärattaché des Staates Israel in Deutschland und Österreich

am Donnerstag, 13. Februar 2014, 18.00 Uhr

im Café Waldhof

Magdalenenhäuser Weg 40, Wetzlar

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Pressebericht

vom 18.02.2014


GfW: Militärattaché spricht im Café Waldhof

Wetzlar (hg). Mit Erez Katz hatte die hiesige Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) einen prominenten Gast in ihren Reihen.

Im Café Waldhof berichtete der Militärattaché der israelischen Botschaften in Berlin und Wien vor 40 Besuchern – unter ihnen Bürgermeister Manfred Wagner (SPD) – über „Die derzeitige militärische Lage im Nahen Osten aus der Sicht Israels“.

Der Generalstabsoffizier und Politologe mit dem Dienstgrad eines „Colonel“ (Oberst) machte in seinen Ausführungen über das Bestreben Israels nach seiner Existenzsicherung auf die brisante geostrategische Lage seines Landes aufmerksam.

Die geografische Ausdehnung Israels vom Galil im Norden bis nach Eilat am Roten Meer im Süden belaufe sich auf 500 Kilometer. Die West-Ost-Ausdehnung in der Höhe von Netanya, der Partnerstadt von Gießen, betrage gerade einmal 20 Kilometer. Erst durch den Sechs- Tage-Krieg im Jahre 1967 mit der Besetzung des Westjordan- Landes habe sich Israel Spielraum zur Sicherung seines Territoriums verschaffen können, erläuterte Katz.

Ein Rückzug aus dieser Region ohne einen hieb- und stichfesten Friedensvertrag mit der Palästinensischen Autonomiebehörde würde die dicht besiedelte Küstenregion zwischen Tel Aviv und Askalon einem ungehinderten Raketenbeschuss durch palästinensische Widerstandsgruppen ausliefern.

In diesem Zusammenhang nannte Katz Zahlen über die Bedrohung der Südregion Israels durch Raketenangriffe der Hamas-Widerstandsgruppe nach dem vollständigen Rückzug Israels aus dem Gaza-Streifen. Jährlich gingen auf die Zivilbevölkerung Israels im Süden des Landes rund 1000 Raketen nieder, das seien pro Tag drei Geschosse.

Er könne sich vorstellen, so Katz, dass bei einer stabilen Friedensregelung im Nahen Osten ein Rückzug israelischer Siedler aus der Westbank denkbar sei. Auch sei ein Austausch der dort besiedelten Gebiete gegen Land an anderer Stelle möglich. Als bemerkenswert bezeichnete es Katz, dass inzwischen die Mehrheit der israelischen Bevölkerung die Gründung eines Palästinenser-Staates befürworte.

Täglich drei Raketen

Im Übrigen stelle der demokratische Aufbruch in der arabischen Welt ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Israel dar. Die bisher einigermaßen politisch stabilen Verhältnissen drohten in Ländern wie Ägypten, Syrien und im Libanon in chaotische Verhältnisse umzukippen, wenn die bisherigen Machthaber ihren Einfluss verlören und keine stabilen Nachfolge-Regierungen in Sicht seien.

In der anschließenden lebhaften Diskussion erläuterte Katz die Einstellung Israels zum Bestreben des Iran, Atommacht zu werden. Wenn dies gelänge, müsse man damit rechnen, dass weitere arabische Nachbarstaaten Israels mit Atomwaffen ausgestattet würden.

Colonel Erez Katz hielt seinen Vortrag in englischer Sprache, als Dolmetscher fungierte ein Mitarbeiter des Sprachendienstes der Bundeswehr in Hürth bei Köln am Rhein.

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