Stettin ist eine Reise wert
FRANKENBERG (wd)
Auch die
diesjährige Studienfahrt der Gesellschaft für Wehr- und
Sicherheitspolitik e.V. - Sektion Waldeck-Frankenberg verband wieder
in gelungener Form Sicherheitspolitik mit touristisch-historischen
Zielen.
Manfred Weider,
stellvertretender Sektionsleiter, begrüßte im Namen des Veranstalters
Omnibusreisen Küster, 23 Teilnehmer beim Start am Samstag, den 08.
August auf dem Parkplatz der Ederberglandhalle.
Mit Volker Küster,
Inhaber des Reiseunternehmens, der meist an den Programmpunkten
teilnimmt, am Lenkrad, ging es Richtung Stettin.
Nach dem
Einchecken im vier Sterne Hotel "Radisson SAS Stettin" lockte das
herrliche Sommerwetter, das die Gruppe während der ganzen Reise treu
blieb, die ersten schon in die 380.000 Einwohner zählende Großstadt
Stettin.
Erster
Programmpunkt am Sonntag: eine Stadtrundfahrt durch Stettin. Die
Teilnehmer bekamen hier einen Einblick in die Geschichte der Stadt und
lernten sie als lohnendes Reiseziel kennen. Danach fuhr die Gruppe auf
die Insel Wollin. Auch hier wurden gute Eindrücke mit nach Hause
genommen.
Am Montag begann
mit dem Besuch des Multinationalen Korps Nordwest in Stettin der Teil
Sicherheitspolitik. Oberstleutnant (OTL) Detlef Schachel, der mit
seinem Mitarbeiter Hauptfeldwebel Arnold Weber die GfW in der
Organisation der Reise sehr unterstütze, stellte die Gliederung des
Korps mit seinen elf Nationen vor. Das Korps gehört zu den
Multinationalen Korps der NATO. Es ist in der Lage, mehrere Einsätze
gleichzeitig zu führen. Zurzeit bereitet es sich wieder für einen
Einsatz in Afghanistan vor. Sehr interessant waren auch die
Ausführungen von OTL Schachel zu seiner persönlichen Lage. Er ist
verheiratet und hat zwei Kinder, die auf eine internationale Schule in
Stettin gehen und dreisprachig aufwachsen. Die Integration der Familie
in das Stettiner Leben verlief sehr gut.
Als eine wichtige
Aufgabe des Korps stellte er ebenfalls die Integration der elf
Nationen dar. Dies sei ein guter Weg das gegenseitige Verständnis und
Zusammenwachsen Europas zu forcieren.
Am Nachmittag
tauchte die Gruppe in die Geschichte Deutschlands und Polens ein. Eine
Führung durch den Luftschutzbunker, nach dem 2. Weltkrieg zum
Atomschutzbunker erklärt, unter dem Hauptbahnhof Stettins machte den
Schrecken eines Krieges plastisch.
Die Bundespolizei
stand am Dienstagmorgen auf dem Programm. Am Grenzübergang Pomellen
stellte EPHK Rüdiger Behrens die Bundespolizei im Allgemein und die
Arbeit der Polizeiinspektion Pasewalk im Besonderen vor. Polen gehört
ja zum Schengenraum, damit fallen die Kontrollen bei Ein- und Ausreise
weg. Es werden Stichproben durchgeführt und ansonsten wird eine Zone
bis zu 30 km von der Grenze entfernt allgemein überwacht. Die
Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen bezeichnete er als sehr
gut. Dies auch weil die Korruption dort sehr stark zurückgegangen ist.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt B. bei der Schilderung einiger
Beispiele von Schmuggel und Verbringung
gestohlener Waren, speziell Autos.
Der Nachmittag war
zur eigenen Verfügung der Teilnehmer vorgesehen. Viele nutzten das
gute Wetter um eine Oderschifffahrt zu genießen.
Den Abschluss des
Programms bildete am Mittwochmorgen eine Stadtführung durch die Stadt
Brandenburg.
Nach einer
Auswertung der Reise auf der Rückfahrt kamen die Teilnehmer zu dem
Ergebnis, dass die Ziele der Studienfahrt alle erreicht wurden. Viele
waren von unserem Nachbar Polen angenehm angetan. Dies war nur
möglich, weil ein Stück Polen erlebt werden konnte.
Die Einblicke in
die Arbeit der Organe der inneren und äußeren Sicherheit sind sehr
hilfreich im Beurteilen von Medienberichten und der Arbeit unserer
Staatsorgane.
Eine mehrtägige
Studienfahrt sollte auch im nächsten Jahr durchgeführt werden.