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EU, GASP und Kaukasus-Konflikt
FRANKENBERG
(wd) Am Freitag,
13.02. veranstaltete die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik
e.V., Sektion Waldeck-Frankenberg (GfW) auf Wunsch der Oberschüler der
Edertalschule ein Tagesseminar.
Die Themen,
vorgegeben von den Schülern waren: EU-Osterweiterung, Gemeinsame
Sicherheits- und Außenpolitik (GASP) und der Georgienkonflikt –
Machtpoker im Kaukasus.
Als Referenten
wünschten sie sich Claus Richter, der auf früheren Seminaren nicht nur
mit seinem umfangreichen und topp aktuellen Wissen überzeugte, sondern
auch mit seiner Methode, die Themen auf Folien visuell darzustellen.
Winfried
Deichsel, Direktor der Edertalschule, und der verantwortliche Lehrer
Peter Froschhäuser begrüßten 61 Schüler. Danach führte Manfred Weider,
stellvertretender Sektionsleiter, in das Seminar ein und übergab an
den Referenten.
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Zunächst
behandelte R. den Weg Europas geschichtlich. Danach zeigte er den Weg
zum neuen Europa an Hand des Kalenders der Europaerweiterungen auf:
von 1951, Gründung der Montanunion über 1957, Vertrag von Rom, beginn
der EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft), 1993 Beginn der
Europäischen Union (EU) bis 2007 dem Beitritt von Bulgarien und
Rumänien zur EU, die nun aus 27 Mitgliedsstaaten besteht.
Dann mussten
jeweils zwei Schüler an Hand einer Karte ihr Europa beschreiben. Die
Ergebnisse zeigten, dass eine eindeutige Festlegung eines Europas
nicht möglich ist. Die Bestimmung ist abhängig von geographischen,
wirtschaftlichen, ethnischen u.a. Kriterien.
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Die Gemeinsame
Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) erklärte über die drei Säulen der
EU.
Der Säule
„Europäische Gemeinschaften“: hier wird bis heute einmalig auf der
Welt eine Gemeinschaftspolitik (supranational) betrieben. Kennzeichen
ist dafür die Abgabe von Souveränität an die EU.
Die Säule GASP
zeichnet sich aus durch Zusammenarbeit auf Regierungsebene in der
Außen- und Sicherheitspolitik in nationaler Verantwortung und
bilateraler, multilateraler Verträgen.
Die dritte Säule
„Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit“ ist die am wenigsten
einheitliche. Hier bedarf es noch intensiver Arbeit, um einheitliche
überall geltende Gesetze zu erreichen.
Die Gremien
Europas waren Inhalt des nächsten Schrittes. Europarat, EU , der
europäische Rat, europäischer Gerichtshof (EuGH), europäische
Zentralbank.
Es wurde der
Unterschied EU, Euro-Raum und Geltungsbereich des Schengen-Abkommen
aufgezeigt.
Die
Gegenüberstellung der bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich
stärksten Länder machten die heutigen und zukünftigen Abhängigkeiten
und Schwierigkeiten deutlich.
55% der
Wirtschaft dieser Erde wickelt sich im pazifischen Raum ab. Dort sind
65% der Bevölkerung angesiedelt und es werden dort bereits über 50%
der Weltwirtschaftleistung erbracht.
Ganz besonders
wurde deutlich, dass ein Einzelstaat speziell in Europa den
Herausforderungen nicht gewachsen ist. Gemeinsam ist Europa der
wirtschaftlich stärkste und nach China und Indien auch der
bevölkerungsreichste Raum.
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Am Beispiel
Georgienkonflikt zeigte der Referent die Problematik im Kaukasus auf.
Die zahlreichen Ethnien in den Staaten Georgien, Armenien,
Aserbeidschan machen ein friedfertiges Leben dort äußerst schwer. Dazu
kommen die unterschiedlichen Interessen der umliegenden Staaten,
Russland, Iran, Türkei und des zentralasiatischen Raumes.
Auf Europa
bezogen stellte er die Anhängigkeiten dar. Für die Öl- und
Gaslieferungen nach Europa ist Baku, Hauptstadt Armeniens, Dreh- und
Angelpunkt. Sowohl Energieträger aus dem Kaukasus wie aus Zentralasien
werden über Baku zu uns befördert. Dies ist ein Grund warum die EU
darüber nachdenken muss, diesen Ländern den Beitritt zur EU zu
ermöglichen. Von dort ist der Wunsch eines Beitritts bereits
ausgesprochen.
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Die
Abschlussbesprechung zeigte, dass es Claus Richter auch diesmal
gelungen ist die Themen anschaulich und einprägsam darzustellen.
Zum Thema „Der
Georgienkonflikt – Machtpoker im Kaukasus“ hatte die GfW auch am
Donnerstag, 12. Februar um 14.00 Uhr die Soldaten des Bataillons
Elektronische Kampfführung 932 und um 19.30 Uhr alle interessierten
Bürger eingeladen.
Für diesen
Vortragsmarathon bedankte sich Sektionsleiter Oberstleutnant Thomas
Mauer bei Claus Richter und überreichte ihm das Wappen der GfW.
Die
nächste Veranstaltung der GfW ist am
Mittwoch, 25. März um 19.30 Uhr im Burgwald-Kasino. Rolf Clement,
Chefredakteur Sicherheitspolitik beim Deutschlandfunk wird seine sehr
interessanten Ansichten zu Wehr- und Zivildienst vorstellen.
Fotos zur Veranstaltung:

Dank des
Sektionsleiters an den Referenten

Claus Richter an seinem wichtigsten
Hilfsmittel: dem Tageslichtprojektor

Die Oberschüler bei
einer Gruppenarbeit
Text und Fotos:
Manfred Weider (wd), Stv. Sektionsleiter
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