FRANKENBERG
(wd)
Die
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Sektion
Waldeck-Frankenberg (GfW) bietet außer Vorträgen und Seminaren
auch regelmäßig Besuche bei den Sicherheitsorganen Militär,
Polizei und Zoll an.
Zu der
diesjährigen Studienfahrt begrüßte Manfred Weider,
stellvertretender Sektionsleiter der GfW, am Samstag, 31. Juli
2010, 24 Teilnehmer am Parkplatz Ederberglandhalle zur Fahrt zu
Dienststellen in und um Rostock, sowie zum Studium von drei
Hansestädten.
Der Teil
Studium der Hansestädte wurde vom Veranstalter Küster-Reisen
ausgearbeitet, der sicherheitspolitische Teil von Manfred
Weider.
Am Samstag
wurde in entspannter Fahrt das Hotel Steigenberger in der
Stadtmitte von Rostock erreicht. Alle Vorhaben wurden von hier
aus begonnen.
Der Sonntag
stand unter dem Zeichen Kennenlernen von Rostock und dem
nordwestlichen Teil Mecklenburg-Vorpommern.
Am Montag
startete das vierteilige Programm zu den Sicherheitsorganen.
Am Vormittag
wurde das 7. Schnellbootgeschwader (SG) in Rostock-Warnemünde
besucht. Die Schnellboote gehören zur kleinsten Klasse der
Kampfschiffe. Sie dienen zur Abwehr von Flugkörpern und der
Bekämpfung von Luft- und Seezielen im Nahbereich. Hierzu sind
sie bewaffnet mit Seeziel-Flugkörpern, Artillerie und dem
RAM-Flugkörpersystem. Die Korvette, nächst größerer und ein
neuer Schiffstyp für die Marine, ermöglicht einen weltweiten
Einsatz u.a. in multinationalen Verbänden der
Krisenreaktionskräfte. Korvetten sind für die Aufgabe in der
Überwasserseekriegführung, insbesondere in Randmeeren und
Küstengewässern, optimiert.
Über der
Korvette hat die Marine Fregatten als größten Schiffstyp.
Nach dem
Briefing (neudeutsch für Einweisung) über das 7. SG und das 1.
Korvettengeschwader, ebenfalls zu Hause in Warnemünde, mit
Größe, Anzahl der Boote, Bewaffnung, Auftrag, Einsatz wurde das
Schnellboot „WIESEL“ besichtigt. Hier konnten die Teilnehmer
einen Eindruck bekommen, wie die Mannschaft in diesem doch engen
Boot leben müssen. Während eines Einsatzes ist die gesamte
Mannschaft eingesetzt. Es gibt keinen Schichtbetrieb.
Mehr zum 7. Schnellbootgeschwader (SG)
...
YouTube-Video: Schnellboot-Sound 7. Schnellbootgeschwader
Nach dem
Essen bei der Marine wurde mit dem Bus in dem sehr weitläufigen
Gelände der Kaserne ans andere Ende zur Inspektion der
Bundespolizei See-Warnemünde (BP-See) verlegt.
Dort wurden
durch das Briefing schnell die unterschiedlichen Aufgaben zum
Militär deutlich. Die BP-See ist nicht für kriegerische Aufgaben
zuständig, sondern sichert die deutsche Grenze und die der
Europäischen Union. Sie arbeitet eng mit den Zollbehörden, der
Landespolizei und den angrenzenden ausländischen Behörden
zusammen. Eine wesentliche Aufgabe ist die
Einreise und Ausreise auf See zu kontrollieren, dabei unerlaubte
Einreise zu verhindern.
Um diese
Aufgaben wahrnehmen zu können ist sie mit hochseetüchtigen
Booten ausgestattet. Die Besichtigung des Einsatzbootes
„ESCHWEGE“ zeigte den Unterschied zur Marine anschaulich. Die
Eschwege ist blau/weiß gestrichen, keine Tarnfarbe, wie die
Wiesel der Marine. Die Unterbringung der Mannschaft, 14 Personen
sind eine Woche auf See, glich im Vergleich zum Schnellboot wie
ein 4 Sterne Hotel.
Mehr über die Bundespolizei See ...
Am
Dienstagmorgen ging die Fahrt zum Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“
der Luftwaffe in Laage. Dies ist das Ausbildungsgeschwader für Piloten, die
das modernste Kampfflugzeug fliegen sollen, den EUROFIGHTER.
Nach dem Briefing fuhren die Teilnehmer zum Tower und erhielten
eine Einweisung. Dieser Tower der Bundeswehr, besetzt mit
Soldaten, ist auch für den zivilen Flughafen Laage
verantwortlich. Dieser ist ein Teil der Gesamtanlage und nutzt
die Start-/Landebahn der Luftwaffe. Von hier aus beobachtete die
Gruppe Landungen des Eurofighter. Die Besichtigung eines
Simulators schloss sich an. Nach dem Mittagessen fuhren die
Teilnehmer an die Startbahn, um den Start von vier Eurofighter
mitzuerleben.
Mehr über das Jagdgeschwader 73 “Steinhoff”
YouTube-Video: Die Waffensysteme des Jagdgeschwader 73 'Steinhoff'
Danach wurde
nach Sanitz zur Flugabwehrraketengruppe 23 PATRIOT, zur
Luftwaffe gehörig, verlegt. Auch hier begann es mit dem Briefing
über den Verband und der zur Luftabwehr eingesetzten Waffe,
bekannt durch den Einsatz durch die Israelis im Golfkrieg 2.
Nach Kaffee und Kuchen besichtigten alle eine extra für die
Gruppe aufgebaute abschussfertige Patriot-Stellung.
Mehr über die Flugabwehrraketengruppe 23 PATRIOT
Der Mittwoch
war als Entspannungstag nach den geballten Informationen über
die Sicherheitsorgane gedacht. So konnte jeder nach einer
Stadtführung durch Stralsund nach eigenem Gutdünken den Rest des
Tages gestalten.
Auf der
Heimfahrt am Donnerstag bildete die Stadtführung Lübeck den
Abschluss des Programms. Nach einem Dreigängemenü in Lübeck
startete unser Bus zurück nach Frankenberg, wo alle nach einer
ruhigen Fahrt bei durchwachsenem Wetter am Abend ankamen.
Die Meinung
aller Teilnehmer, besonders die der mitgefahrenen Lehrer,
bestätigen, dass nur ein Besuch der Sicherheitsorgane, das
Liveerlebnis, einen realen Eindruck über deren Auftrag,
Ausrüstung, Einsatzbedingungen und vor allem der Einstellung der
Polizisten und Soldaten vermitteln kann.
Sie baten die
GfW auch nächstes Jahr solch eine Fahrt anzubieten.
Manfred Weider
Infos: Manfred Weider, Rosenweg 43, 35066 Frankenberg
(Eder)
Tel: 06451 - 8814, Fax: 06451 - 230357, eMail: m.weider@t-online.de