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Nachschau - Studienfahrt 2011 |
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Sektionseigener Nachbericht zur Studienfahrt nach Luxemburg vom 23. bis 28. Juli 2011
Premiere bei der Luxemburger Armee FRANKENBERG (wd).
Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V.(GfW) -
Sektion Waldeck-Frankenberg, begann bereits nach ihrer
Studienfahrt 2010 nach Rostock die Planung der diesjährigen
Studienfahrt ins Großherzogtum Luxemburg, die wiederum als
Lehrerweiterbildung anerkannt wurde. Vom Samstag, den 23.
bis Donnerstag, den 28. Juli hatte Reiseveranstalter Omnibusreisen
Küster die 20 Teilnehmer im Vier-Sterne-Hotel Best Western gegenüber
dem Hauptbahnhof von Luxemburg Stadt untergebracht. Mit dieser
zentralen Lage war die beste Voraussetzung für eine optimale Nutzung
der verfügbaren Zeit geschaffen. Auch dieses Jahr plante
Manfred Weider, Stellvertretender Sektionsleiter und Leiter der
Gruppe, die Fahrt als sicherheitspolitische und kulturelle Reise. Am Anreisetag begann
der kulturelle Teil mit einer Besichtigung des Weltkulturerbes
Völklinger Hütte. Ein Erlebnis dieses
Industriedenkmal, besonders wenn man Herrn Lavall, einen
kompetenten, lustig-lockeren Führer hat. Danach Fahrt ins Hotel. Der zweite auch
geführte kulturelle Teil am Sonntag begann mit einer
Stadtrundfahrt durch Luxemburg (Stadt) mit Besichtigung der Katakomben. Sehr
beeindruckend, was dort unter der Erde ohne unsere heutigen
Maschinen geschaffen wurde. Es schloss sich eine Rundfahrt
durch den südlichen Teil von Luxemburg an. Am Montag startete das
sicherheitspolitische Programm mit einem Besuch der
Deutschen Botschaft. Nachdem die Gruppe von dem
Verteidigungsattaché, Fregattenkapitän (FKpt) Thomas Träger, der
diesen Part und den Besuch bei der Luxemburger Armee organisiert
hatte, begrüßt wurde, Empfang durch den Botschafter Dr.
Hubertus von Morr. Nach der Organisation und Aufgaben der
Botschaft, stellte er das Land mit seiner Geschichte und den
heutigen Belangen an die Botschaft vor. Das Land hat 512.000
Einwohner und ist 2.586 km² groß; zum Vergleich das Saarland: eine
Million Einwohner und 2.570 km², Hessen: 21.115 km², 6 Mio.
Einwohner. Luxemburg hat mit 43% einen hohen Anteil an
Ausländern. In der Stadt Luxemburg ist er mit 65% Anteil noch höher.
Luxemburg lebt von seinem Finanzmarkt. Es versteht sich als
Kraftzentrum der Region, bezogen auf Wallonie (Belgien),
Rheinland-Pfalz, Saarland und Lothringen (Frankreich). Viel Arbeit
macht der konsularische Bereich, der z.B. die Aufgaben eines
deutschen Standesamtes übernimmt. Es schloss sich ein Briefing (neudeutsch,
bedeutet: Vortrag zur Unterrichtung) des Verteidigungsattachés
FKpt Träger über seine Aufgaben an. Seine Dienststelle mit Sitz in
Brüssel ist für Belgien und Luxemburg zuständig. Er betreut die
deutschen Soldaten, hält Kontakt zu den Streitkräften, ist hier
Bindeglied des Verteidigungsministers zu den Streitkräften.
Inzwischen hat Deutschland gelernt und hilft auch über diesen Weg
bei Kontakten der deutschen Rüstungsindustrie zu den Nachbarstaaten.
U.a. kümmert er sich auch um die Soldatenfriedhöfe. Zum Mittagessen bereits
verlegte die Gruppe zur nächsten Dienststelle im Programm: die
NATO Maintenace und Supply Agency (NAMSA) in
Capellen. Hauptmann Michael Franken, deutscher Verbindungsoffizier
zur NAMSA, stellte diese dann vor. Die NAMSA, bereits in den 60er
Jahren gegründet, ist eine logistische Einrichtung der NATO. Sie
hilft in allen Belangen der Rüstungsbeschaffung und Instandsetzung
den NATO-Staaten, die sich hier vertraglich angeschlossen haben.
Zweck ist es hier als Großeinkäufer auftreten zu können, dadurch
Geld zu sparen. Auf der Fahrt zurück ins Hotel wurde der
deutsche und amerikanische Soldatenfriedhof in Sandweiler
besucht. Der Dienstagmorgen
bescherte der
Luxemburger Armee eine Premiere: die
Sektion Waldeck-Frankenberg war der erste Besuch durch die GfW. Nach
einem Briefing durch den stellvertretenden Kommandeur Oberstleutnant
Alain Schoeben über die kleine aber feine Armee mit insgesamt 1397
Personen davon ca. 800 Soldaten, schloss sich eine
„Waffenbesichtigung“ an. Die Gruppe bei der Luxemburger Armee links außen: Verteidigungsattaché
Fregattenkapitän Thomas Träger, rechts außen: Leiter der Gruppe, Stv.
Sektionsleiter Manfred Weider
Luxemburg hat 1967 die Wehrpflicht abgeschafft.
Sie erfüllt aber nach wie vor den Vertrag mit der NATO, bis zu 700
Soldaten bereitzuhalten. Dies geschieht mit einem Bataillon im
Militärzentrum Diekirch auf den Gebieten Aufklärung,
Wasseraufbereitung und Minenentschärfung. Eine enge Zusammenarbeit
mit Belgien gewährleistet die Ausbildung und Unterhaltung zu
bezahlbaren Bedingungen. Die Karriere eines/einer luxemburgischen
Soldaten/Soldatin, im Mannschafts- und unteren Unteroffizierbereich
auch für EU-Angehörige, beinhaltet immer einen internationalen
Einsatz. Eine gute Ausbildung für die Zeit nach der Armee ist
Bestandteil der aktiven Zeit. Trotz dieser guten Möglichkeiten hat
die Armee zunehmende Probleme ausreichend Personal zu rekrutieren.
Zurzeit sind Kräfte im KOSOVO und Afghanistan, anderen Nationen
meistens Belgien angegliedert. Nach einem Empfang im Offizierskasino
durch Oberst Romain Mancinelli, Kommandeur des Bataillons, wurde
dort das Mittagessen eingenommen.
Am Nachmittag empfing
die Polizei des Großherzogtums Luxemburg die
Teilnehmer. Stellvertretende Presssprecherin PHK Stephie
Reicherts stellte die Polizei vor. Seit 2000 gibt es nur noch eine
Polizei, die Gendarmerie wurde eingegliedert. Bürgernähe,
24-Stunden-Präsenz und Regionalisierung hat sich die Polizei auf die
Fahne geschrieben. 1664 Personen, davon ca. 10% Frauen, ein Polizist
auf 300 Einwohner, zeigt dies deutlich. Auf sechs Direktionen, 7
Regionaldirektionen und 50 Polizeiposten teilt sich das Personal
auf. Dieser Programmteil schloss den
sicherheitspolitischen Teil ab. Der Mittwoch war der
Stadt Trier vorbehalten. Eine geführte
Stadtrundfahrt im eigenen Bus, der nicht in die Innenstadt
darf, und eine mit der Stadteisenbahn in der Innenstadt, machten
Lust auf Trier. Der Nachmittag gab dann jedem Gelegenheit eigene
Pläne umzusetzen. Auf dem Fahrt zurück
nach Frankenberg (Eder) am Donnerstag wurde der ehemalige
Regierungsbunker im Ahrtal besichtigt. Diese
Dokumentationsstätte ruft älteren den Kalten Krieg ins Gedächtnis
zurück und gibt jungen Menschen eindrucksvoll und plastisch einen
Eindruck dieser Zeit. Die diesjährige Studienfahrt untermauerte wieder,
dass Sicherheitspolitik zum Anfassen erst vieles klar und
verständlich macht. So wurde u.a. die Frage, die Manfred Weider bei
„Werbegesprächen“ für diese Fahrt oft gestellt wurde mit „JA“
beantwortet: Luxemburg hat eine Armee. |
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Infos: Manfred Weider, Rosenweg 43, 35066 Frankenberg (Eder) Frankenberg (Eder) |
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