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Nachschau - Veranstaltung am 08.12.2011 |
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Vortragsabend zum Thema Die DSO – Division für spezielle Operationen Operation PEGASUS - Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Libyen Referent: Brigadegeneral Volker Bescht DSO Donnerstag, 08. Dezember 2011, 19.30 Uhr Burgwald - Kasino ***** Pressebericht
vom 13.12.2011 Deutsche aus Krisengebieten retten Brigadegeneral Volker Bescht referiert bei der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik von Manfred Weider Brigadegeneral Bescht beim Vortrag Foto: Manfred Weider(Zum Vergrößern: Bild anklicken) Frankenberg. Die Bilder flimmerten Ende Februar über die deutschen Bildschirme: Transall- Transportmaschinen der Luftwaffe landeten auf einem Flughafen in der libyschen Wüste, Zivilisten mit wenig Gepäck hasteten an Bord, während bewaffnete Soldaten das Terrain sicherten. Wie schützt der Staat seine Bürger im Ausland? Wie sorgt er bei Krisen oder Kriegen für eine Evakuierung, wenn dies notwendig wird? Diesen Fragen ging die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik beim jüngsten Vortragsabend nach. Sektionsleiter Oberstleutnant Elmar Henschen hatte als kundigen Referenten den Brigadegeneral Volker Bescht aus Stadtallendorf gewonnen, der ein Fachmann für „robuste“ Evakuierungen ist – wie solche Aktionen mit militärischem Schutz in der Soldatensprache heißen.Operation „Pegasus“ Er referierte vor einem großen Zuhörerkreis aus eigener Erfahrung zum Thema „Die Division für spezielle Operationen – Operation ,Pegasus‘: Die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Libyen“. Bescht, Jahrgang 1951, ist stellvertretender Kommandeur der DSO. Er war verantwortlich für die Wahlüberwachung im Kongo 2006 – und im Frühjahr dieses Jahres Führer vor Ort bei der Operation „Pegasus“ in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland. v.l.: Sektionsleiter Dipl.- Pol. Elmar Henschen bedankt sich bei dem Referenten Brigadegeneral Volker Bescht mit einem Buchgeschenk Foto: Manfred Weider (Zum Vergrößern: Bild anklicken) Zunächst stellte er die DSO vor. Der Verband wurde hauptsächlich aufgestellt, um deutsche Staatsbürger mit bewaffneten Streitkräften aus Krisen- und Kriegsgebieten im Ausland holen zu können. Daher sind in der DSO alle Fachleute zu finden, die dafür notwendig sind: Ausgebildetes Flugsicherungspersonal kann Flugplätze betreiben, es gibt Aufklärer oder Hundeführer, deren Hunde zum Minenaufspüren oder zum Personenschutz ausgebildet sind. Das gesamte Personal besteht aus Fallschirmspringern. Mit moderner Ausrüstung sind die Soldaten auch nachtkampffähig, ausgestattet sind sie mit neuen Kommunikationsmitteln. Über Mini-Computer weiß stets jeder, wo sich sein Kamerad gerade befindet. Während viele der Zuhörer die „handwerklichen“ Fakten zur Operation „Pegasus“ im Februar erwartet hätten, begann General Bescht seine Ausführungen mit den politischen Entscheidungen, die einem solchen Einsatz vorausgehen und ihn stets begleiten. Außerdem schilderte er internationale Belange wie Absprachen, Genehmigungen von Überflugrechten oder die Nutzung von Liegenschaften im Ausland, ohne die nichts gehe – in diesem Fall nutzte die Bundeswehr einen Standort in Kreta, in dem Bescht mit seinem Stab die Operationsbasis einrichtete. Der Einsatz war ausreichend mit Geld ausgestattet, um im Ausland zum Beispiel Mieten in bar bezahlen zu können. Zu Jahresbeginn hatten sich in Libyen die Aufstände gegen den Machthaber Muammar al-Gaddafi ausgeweitet. In dem Land lebten viele Ausländer, die zum Beispiel in der Ölindustrie tätig waren – auch Deutsche. Als sich die Kämpfe ausweiteten, entschied die Bundesregierung in Berlin, die gefährdeten deutschen Staatsbürger herauszuholen. Danach ging alles schnell. Die Voraussetzung dafür ist eine hohe und ständige Einsatzbereitschaft der Division. Basis in Kreta Ziel sei es gewesen, in 24 Stunden auf Kreta einsatzbereit zu sein, berichtete Bescht. Es sei in 20 Stunden erreicht worden. Der General hatte mehrere Aufträge im Gepäck. Zum Zuge kam aber nur die Evakuierung des Personals der Firma Wintershall aus Nafuhra. Über Kontakte zum britischen Militär wurde dort die Landepiste frei gemacht. Die Transalls flogen über eine Route aus Nordwest tief unter der Radaraufklärung zum Flugfeld. Nach 15 Minuten hoben die Maschinen mit 132 Menschen ab, darunter auch Ausländer. Auf einer anderen Route ging es in Richtung Nordost nach Kreta. Es gab keine Verwundeten oder Toten. Nach der Versorgung der Ausgeflogenen ging es für die Soldaten noch nicht nach Hause. Zunächst war ein „Hotwash“ fällig. So nennen die Soldaten die Auswertung unmittelbar nach einem Einsatz. Sie soll gewährleisten, dass für spätere Einsätze nichts Wichtiges vergessen wird. Eine Verlängerung des Auslandseinsatzes sei für die Operationseinheiten unumgänglich, um in Zukunft noch besser vorbereitet zu sein – sprich: mit größtmöglicher Sicherheit und Vermeidung von Verlusten, erklärte Bescht. Interessant war auch seine Bemerkung, dass er für die geringe Beachtung des Einsatzes in der Presse ganz froh gewesen sei – damals dominierte die Betrugsaffäre Guttenbergs, die zu seinem Rücktritt als Verteidigungsminister führte. Medienvertreter seien nicht immer hilfreich. Deutlich wurde durch den Vortrag auch, dass die Staaten besonders der Nato wesentlich bessere Abkommen schließen müssten, um solch eine Aktion reibungsloser ablaufen zu lassen. Bescht erinnerte daran, dass auf Hilfe wartende Menschen sie schnellstmöglich bekommen müssten. Nach angeregter Diskussion gingen die Zuhörer mit dem beruhigenden Gefühl nach Hause, dass ihr Staat alles unternimmt, um ihnen bei Gefährdungen im Ausland größtmögliche Hilfe zu gewähren.
Bei der Operation „Pegasus“: Soldaten der DSO sichern das Flugfeld im libyschen Nafuhra. Archivfoto: Bundeswehr Der nächste Termin der GfW ist am Donnerstag, 12. Januar, um 19.30 Uhr im Burgwaldkasino der Bericht der Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert und Ullrich Meßmer über aktuelle Ereignisse aus Berlin. Sie nehmen auch Stellung zur neuen Bundeswehrstruktur. |
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