Nachschau - Veranstaltung vom 03.06.2014

 

Referent:

Dr. Christian Mölling

Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin 

Dienstag, 03. Juni, 19.30 Uhr

im Burgwald-Kasino

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Pressebericht

vom 06.06.2014

Dr. Christian Mölling macht sich für ein stärkeres Engagement Deutschlands in afrikanischen Ländern stark

VON TOBIAS TREUDE

Frankenberg. Diskussionsstoff bot Christian Mölling bei seinem Vortrag zum Thema „Fünf gute Gründe für ein deutsches Engagement in Afrika“ im Burgwaldkasino.

Eine militärische Sicherung der Handelswege zwischen Europa und Afrika und der Gewinn bedeutender Ressourcen – Dr. Christian Mölling von der Stiftung Wissenschaft und Politik hat konkrete Vorstellungen von einem deutschen Engagement in Afrika. Er war auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik in Frankenberg zu Gast. Mölling gab seine Antworten auf die Frage, wie Deutschland seine Macht in Zukunft sinnvoll nutzen solle, um die globale Ordnung mitgestalten zu können.

Handelswege zwischen Europa und Afrika militärisch sichern, das ist eine der Forderungen von Christian Mölling.

Foto: Wagner

Dabei zeigte sich, dass die Ukraine-Krise auch direkte Verbindungen zur Arbeit in Afrika haben kann. „Vielleicht wird der Westen durch die Ukraine sein Engagement in Afrika schrittweise zurückfahren“, sagt Mölling. Doch macht er sich für eine Unterstützung in Osteuropa und in Afrika stark. Wir können uns keinen kollabierenden Staat am Rande Osteuropas leisten.“ Deswegen müsse die Ukraine ähnliche finanzielle Leistungen wie Griechenland erhalten.

Afrika wiederum sei zwar ein Risiko- und Konfliktkontinent, biete aber viele Chancen – allen voran Ressourcen, die für eine starke deutsche Wirtschaft wichtig seien. „Wir haben riesigen Durst nach den Ressourcen dort. Wir brauchen diese Rohstoffe, die wir in hochwertige Produkte umwandeln und dann verkaufen können.“ Sein Vorschlag: ein Deal, wonach Deutschland beim Aufbau der Industrie helfen könne und im Gegenzug Rohstoffe erhalten würde. Damit das gelingen kann, sei aber ein funktionierendes Staatssystem notwendig. Also müssten in den Nationen zunächst Staats- und Friedensstrukturen aufgebaut werden. Dabei steht für Mölling fest: „Das deutsche Engagement kann nicht nur präventiv sein.“ Die Ausbildung von Polizisten zum Beispiel sei erst bei stabilen Verhältnissen sinnvoll, verwies er auf Afghanistan.

Deutschland müsse sich militärisch besser engagieren und Taten folgen lassen. „Wenn Sie Risiken bearbeiten wollen, müssen Sie Risiken eingehen“, so Mölling. Das könne auch schiefgehen.

Auch müssten Handelswege nach Europa militärisch gesichert werden. „Wir wissen alle, dass es gemacht werden muss.“ Das traue sich aber kein Politiker, öffentlich zu äußern, der deutschen Bevölkerung fehle ein Bewusstsein für gefährliche Einsätze. Mölling wünscht sich, dass die Ideologie westlicher Staaten auch in Afrika Anklang findet. „Ich glaube, die Art und Weise, wie wir in Europa leben, ist etwas Erstrebenswertes.

“Die Flüchtlingsströme von Afrika nach Europa sprach er nur kurz an. „Die Leute gehen, weil sie dort keine Lebensgrundlage haben. Kann die europäische Bevölkerung damit leben, immer wieder 300 Menschen im Meer versickern zu lassen?“

 

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