Nachschau - Veranstaltung am 28.11.2013

 

 

Vortrags- und Diskussionsabend

zum Thema

Die französische

Außen- und Sicherheitspolitik

Referent:

Foto: saarland.de

Generalkonsul (FR) Frédéric Joureau

am Donnerstag, 28. November 2013, 19.30 Uhr

im Festsaal, Saarbrücker Schloss

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Eigenbericht

Die französische Außen- und Sicherheitspolitik 

Der französische Generalkonsul Joureau spricht im Festsaal des Saarbrücker Schlosses

Ein Beispiel einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kooperationspartnern – beim obigen Thema mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft Regionalkreis Saarland, der Villa Lessing, dem Zentrum für lebenslanges Lernen der Universität des Saarlandes und der Volkshochschule Saarbrücken – war der gut besuchte Vortrag des Generalkonsuls Frankreichs im Saarland, Monsieur Frédéric Joureau, im Festsaal des Saarbrücker Schlosses.

Der ehemalige Offizier der französischen Armee im Range eines Oberstleutnant a.D., Rüstungsattaché und Botschaftsrat umriss die Grundzüge der französischen Außen- und Sicherheitspolitik auf der Grundlage des aktuellen Weißbuchs der französischen Regierung.

Wenn bei den außenpolitischen Zielen keine signifikanten Unterschiede zur deutschen Außenpolitik festzustellen sind, ergeben sich doch in Teilbereichen Unterschiede in der Sicherheitspolitik und den sich aus diesen Grundlagen ableitenden Vorgaben für die Rolle und Aufgaben der Streitkräfte. Vor dem Hintergrund des historischen Verständnisses als ehemalige Kolonialmacht sieht Frankreich für sich eine besondere Verantwortung gegenüber den ehemaligen Kolonien, was sich z.B. in einem besonderen Krisen-Engagement in Afrika (Kongo, Mali) ausdrückt. Dabei kommt den französischen Streitkräften als gleichermaßen verlängertem Arm der Diplomatie eine besondere und auch aktive Bedeutung zu.

Zur Wahrung und Verteidigung der französischen nationalen Interessen gehören auch die Wahrung und Verteidigung der Interessen der französischen Unternehmen. Dies wird besonders deutlich bei der Rolle der französischen Rüstungsindustrie. Sie ist ein wesentlicher Bereich zur Bereitstellung von Arbeitsplätzen und zur Erwirtschaftung einer ausreichenden Wohlstandsgrundlage. Im Prinzip wird bei allen nennenswerten Rüstungsvorhaben ein besonderes Augenmerk auf die Exportchancen der Produkte im Ausland, insbesondere natürlich auf dem afrikanischen Kontinent, gelegt. Dies gilt auch für die vielseitige Rüstungszusammenarbeit mit Deutschland. Dabei liegt auf der Hand, dass die sehr restriktive und von vielen in der deutschen Öffentlichkeit noch als zu lasch angesehene Rüstungsexportpolitik Deutschlands ein Hemmnis für noch effizientere und kostensparende Rüstungszusammenarbeit ist.

Frankreich sieht ähnlich Deutschland in einer Stärkung Europas insbesondere in der Wirtschafts-, Finanz-, Außen- und Sicherheitspolitik („Europa der Verteidigung“) ein wesentliches Ziel, die eigenen Interessen angesichts der Globalisierung und neuer, aufstrebender „Global Player“ hinreichend zu wahren. Offen bleibt dabei weiter hin, inwieweit man hierzu zu einer Beschränkung der eigenen Souveränität bereit ist.

Letztlich wird aber auch der Druck auf die öffentlichen Finanzen zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit und Harmonisierung zwingen. Eine pragmatische Vorgehensweise auf dem Wege zu einem einigeren und damit stärkeren Europa sei wohl der zweckmäßige Weg in die Zukunft.

Es war auch das persönliche Credo des Referenten, die eigene Verteidigungsbereitschaft und –stärke als wesentliches Abschreckungsmittel gegen jedwede Bedrohung der eigenen Sicherheit in das Zentrum aller Überlegungen zu stellen.

Die lebhafte Aussprache im Anschluss an den sehr informativen Vortrag zeugte von der Interessiertheit der Zuhörer, wobei naturgemäß noch viele Fragen hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen offen bleiben mussten.

Klaus Zeisig

 

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