Nachschau - Veranstaltung am 25.09.2014

 

 

Vortragsabend

zum Thema

 Referent:

Volker Schardong

  IT-Sicherheitsbeauftragter beim Landesbeauftragten

für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz

am Donnerstag, 25. September 2014, 19:30 Uhr

Offizierheim neben der Graf-Werder-Kaserne

Wallerfanger Straße 33, Saarlouis

 

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Sektionseigener Bericht

Der Referent des Abends, Herr Volker Schardong, Technischer Referent und IT-Sicherheitsbeauftragter beim Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Rheinland-Pfalz, stellte seinen überaus sachkompetenten und die Zuhörer in seinen Bann schlagenden Vortrag über die Überwachungspraktiken im Internet unter die Erkenntnis, die schon der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero, Staatsmann, Konsul und berühmtester Redner im alten Rom, angesichts der verfallenden Sitten und Moral im Jahre 63 v.Chr. zog: „O tempora, o mores!“ (Frei: Was für Zeiten, was für Sitten!).

 Seit den Enthüllungen Edward Snowdons beschäftigt kein Thema die Politik und auch die breite Öffentlichkeit – nicht nur, aber insbesondere in Deutschland – so sehr, wie die Praktiken der Amerikaner und auch der Briten beim Abhören praktisch jeglichen Datenverkehrs im Internet.

 Das ab dem Jahre 1969 im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums entwickelte, heute zum weltumspannenden „Internet“ ausgewachsene Netzwerk sollte ursprünglich militärische Standorte und Forschungseinrichtungen verlässlich, redundant und system-unabhängig miteinander verbinden.

Das heutige Internet ist nicht als ein einziges Netzwerk zu verstehen, sondern stellt den Zusammenschluss einer Vielzahl von Netzwerken mit einem gemeinsamen Kommunikationsstandard dar. Es überträgt Daten in Form von Paketen, die teilweise über unterschiedliche logische und physikalische Verbindungen geleitet werden. Im Lauf der Zeit entstand eine, den Globus umspannende maschenförmige Vernetzung mit hoher Leitungsredundanz und Ausfallsicherheit.

Aufgrund der physikalischen Gegebenheiten muss, zur Vermeidung von zeitlichen Verzögerungen, die Übertragung über die Weltmeere per Seekabel erfolgen. Dabei sind die transatlantischen Verbindungen Europa – USA die bei weitem leistungsfähigsten. Jegliche Datenkommunikation (auch ganz private E-Mails!) nimmt dabei den, aus Sicht des Netzes, jeweils optimalsten Weg in diesem World-Wide-Web. Der jeweils gewählte Weg ist dem Nutzer i.d.R. nicht bekannt oder von ihm beeinflussbar. Auch die privateste Mitteilung kann eine „Weltreise“ hinter sich haben, ehe sie, allerdings praktisch verzugslos, z.B. beim Nachbarn nebenan landet.

Die Seekabel verlassen im Südwesten Englands, in Cornwall, Europa und erreichen im Raum New York/Boston den nordamerikanischen Kontinent. Wen wundert‘s, dass die Amerikaner und Briten diesen gleichsam ungehinderten und bequemen Zugang zu den Datensträngen „nutzen“!?

Klaus Zeisig

 

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