Nachschau - Veranstaltung am 20.03.2014

 

 

Vortragsabend

zur Europäischen Währungsunion

Teil II

Der Euro 2010 – heute:

Auflösung oder Reform

der Währungsunion?

Referent:

Dr. Christoph Bierbrauer

International School of Management (ISM), Frankfurt

am Donnerstag, 20. März 2014, 19:30 Uhr

Offizierheim neben der Graf-Werder-Kaserne

Wallerfanger Straße 33, Saarlouis

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Eigenbericht der Sektion Saar

Im zweiten Teil des Vortrags  von Dr. Christoph Bierbrauer über die Europäische Währungsunion lag der Schwerpunkt der Ausführungen auf den Möglichkeiten zur Stabilisierung der gemeinsamen Währung und ihren möglichen Alternativen.

Hierbei ist zunächst noch einmal herauszustellen, dass die teilweise verhängnisvolle Finanzpolitik vieler Staaten Europas in der Vergangenheit der Auslöser für die zurückliegenden (und noch anhaltenden) Finanzkrisen sind und nicht die gemeinsame Währung Euro.

Es gibt 4 grundsätzliche Wege aus der Verschuldung eines Staates, der auch als nicht natürliche Person irgendwann seine Schulden zurückzahlen muss:

  • Verminderung der Schulden durch Inflation,

  • Stärkung der Wirtschaftskraft durch Innovation und Wachstum,

  • Wirtschaftsreformen zur Behebung struktureller Schwächen  und

  • Staatsbankrott

Betrachtet man die Europäische Union, so wiegen deren Defizite schwerer, weil die EU immer noch als Summe von Einzelstaaten betrachtet wird und nicht als Einheit.

Es handelt sich folglich auch um eine Vertrauenskrise, die überwunden werden muss, um aus dem Teufelskreis von Bankenkrise – Makroökonomischer Krise – Staatsschuldenkrise herauszukommen.

Nach dem Vertrag von Maastricht sind innerhalb der Euro-Zone keine Ausgleichsmechanismen vorgesehen, stattdessen gilt der Stabilitäts- und Wachstumspakt. Dagegen wurde aber in der Vergangenheit mehrfach verstoßen durch Hinnahme einer (befristeten) Erleichterung der staatlichen Finanzierungsmöglichkeiten oder auch durch befristete Kredite an Griechenland.

Da der insbesondere von Populisten auch im Vorfeld der anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament propagierte Ausstieg aus der Gemeinschaftswährung keine Lösung brächte, sondern nur zur Verschuldung prekärer Staaten in Fremdwährungen – und damit zwangsweise irgendwann zum Staatsbankrott – führen würde, ist es viel sinnvoller, die Schwachstellen im System zu beheben.

Hierzu gehört an erster Stelle eine Rückkehr zu den Grundsätzen von Maastricht mit den Möglichkeiten einer Sanktionierung gravierender Verstöße.

Eine Harmonisierung der Finanz- wie auch der Wirtschaftspolitik, die sich allerdings nicht nur auf die Vereinheitlichung der Krümmungsradien von Bananen beschränken darf, sondern die strukturellen wirtschaftlichen Defizite in den verschiedenen Regionen Europas unter Berücksichtigung der dort gegebenen  Rahmenbedingungen hin zu einem ausgewogenen und leistungsfähigen Wirtschaftsmix verändert, das Ganze noch gekoppelt mit einer Angleichung der sozialgesetzlichen Rahmenbedingungen, würde die vorhandenen Defizite deutlich verbessern und Europa mehr als Einheit erscheinen lassen.

Schließlich sollte neben allen politischen und wirtschaftlichen Vorteilen die Erhaltung des nach zwei verheerenden Weltkriegen gemeinsam in Europa Erreichten aller Anstrengungen wert sein.

 

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