Nachschau - Veranstaltung am 13.02.2014

 

 

Vortragsabend

zur Europäischen Währungsunion

Teil I

Der Euro 1997 – 2009:

Sind Fehler im institutionellen Rahmen der Währungsunion

die Ursache der Währungskrise?

Referent:

Dr. Christoph Bierbrauer

International School of Management (ISM), Frankfurt

am Donnerstag, 20. März 2014, 19:30 Uhr

Offizierheim neben der Graf-Werder-Kaserne

Wallerfanger Straße 33, Saarlouis

*****

Eigenbericht der Sektion Saar

Wirtschaftsexperte fordert Rückkehr zu den Maastricht-Kriterien 

Saarlouis. Zu diesem Vortrag über das nicht nur in dem bevorstehenden Wahlkampf zum Europa- Parlament die Politik und die öffentliche Diskussion beherrschende Thema konnte die Sektion Saar mit Dr. rer. pol. Christoph Bierbrauer, seit Kurzem Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Cologne Business (CBS), einen äußerst sachkompetenten Referenten gewinnen, der es verstand, die komplexen Sachverhalte in einer auch der Allgemeinheit verständlichen Weise zu beleuchten und zu erklären.

Nach Darlegung der unterschiedlichen Wechselkurs-Systeme im internationalen Beziehungsgeflecht – fixe oder flexible Wechselkurse – und deren Vor- und Nachteilen, zeichneten sich in einer Bewertung fixe Wechselkurse auf Dauer als vorteilhaft ab. Hieraus erwuchs die Zielvorstellung der Schaffung eines einheitlichen Währungsraums in Europa mit einer einheitlichen Währung als beste Absicherung gegen Währungsrisiken und spekulative Attacken – die Idee der Europäischen Währungsunion mit dem Euro als Einheitswährung für mittlerweile 18 Staaten war geboren.

Grundlage aller weiteren Schritte ist der Maastricht-Vertrag von 1992, in dem die wesentlichen Grundzüge der Europäischen Einigung, insbesondere auch die wirtschafts- und finanzpolitischen Rahmen und Regeln festgelegt sind.

Hierzu gehören u.a. auch folgende Vorgaben:

·          Neuverschuldung: maximal 3 % des Haushaltsvolumens,

·          Gesamtverschuldung: maximal 60 % des BIP,

·         kein Bailout, d.h. kein Staat haftet für die Schulden eines anderen,

·         die Europäische Zentralbank (EZB) darf Staaten nicht direkt finanzieren.

In der Folge wurden diese Vorgaben im Jahr 2003 insbesondere auf Initiative Deutschlands  und Frankreichs bezüglich Neuverschuldung und Schuldengrenze zumindest vorübergehend ausgesetzt - der Sündenfall für eine solide Haushaltsführung.

Dies hatte neben einem signifikanten Vertrauensverlust in die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit des gesamten Systems auch eine enthemmende Wirkung bei den europäischen Staaten, die ohnehin schon unter strukturellen Wirtschaftsproblemen und prekärer Haushaltssituation litten. Die Spirale von Misswirtschaft und Staatsverschuldung drehte sich immer schneller. Hierin sind die eigentlichen Ursachen der europäischen Finanzkrise zu sehen.

Der internationale Börsencrash verstärkte dann noch die ohnehin prekäre Situation mit den bekannten Folgen, von denen sich die europäischen nationalen Wirtschaften immer noch nicht erholt haben und die nur allmählich überwunden werden können. Deswegen erscheint es umso dringender geboten, zu den Grundzügen von Maastricht in der realen Politik zurückzufinden.

Wohlfeil angebotene „Allheilmittel“ wie z.B. “Raus aus dem Euro“ insbesondere seitens nicht in direkter politischer Verantwortung stehender Politiker, Parteien und Gruppierungen ignorieren schlichtweg die finanzpolitischen Zusammenhänge und Sachzwänge. Sie schüren damit eine mehr oder weniger vorhandene Europa- (Euro-) Skepsis und verdrängen in der öffentlichen Diskussion die segensreichen Effekte der Europäischen Einigung nach zwei furchtbaren Weltkriegen und nun einer in der Geschichte Europas noch nie erlebten langen Friedensperiode.

Über Mängel und Schwächen im System der Einheitswährung sollte und muss man jedoch diskutieren.

Hiermit wird sich der 2. Teil des Vortrags befassen.

Klaus Zeisig

 

Oben                                                                                                                                                                    Zurück

Unsere Partner: