• Do, 19. April 2012
    Fulda
    Vortragsabend im Bonifatiushaus
    "Frauen im Islam"
    mit Frau Serap Cileli
  • Mo, 27. Februar 2012
    Bad Neuenahr - Ahrweiler
    Vortragsabend
    "Iran und der
    Arabische Frühling"
  • Do, 16. Februar 2012
    Kassel
    Vortragsabend
    "Kriminalitätsbekämpfung
    der Bundespolizei"
  • Do, 16. Februar 2012
    Saar
    Vortragsabend
    "Afghanistan - nach den Aufbau-
    nun die Abzugsillusionen"
  • Di, 14. Februar 2012
    Waldeck - Frankenberg
    Vortragsabend "Die deutschen
    Interessen in der afghanisch-
    zentralasiatischen Region"
  • Di, 14. Februar 2012
    Wetzlar / Lahn - Dill
    Vortragsabend
    "Perspektiven der ARABELLIONEN
    in der MENA-Region"
  • Mi, 08. Februar 2012
    Idar - Oberstein
    Vortragsabend
    "Christsein und Soldat"
    mit General a.D. Karl-Heinz Lather
  • Mi, 08. Februar 2012
    Fulda
    Vortragsabend
    "Operation PEGASUS - Evakuierung
    dtsch. Staatsbürger aus Libyen"
  • Mi, 08. Februar 2012
    Rhein - Main
    Das sicherheitspolitische
    Gespräch im PAULANER
    Wiesbaden
  • Mo, 23. Januar 2012
    Waldeck - Frankenberg
    Presseberichte
    "Bundestagsabgeordnete berichten
    über Bundeswehrreform"
  • Fr, 20. Januar 2012
    Bad Neuenahr / Ahrweiler
    Pressebericht zum Vortrag
    "Auf der Suche nach vernetzter
    Sicherheit" am 16.01.2012
  • Fr, 30. Dezember 2011
    Wetzlar / Lahn - Dill
    WNZ-Pressebericht
    "Luftwaffe blickt ins All"
    zum Vortrag am 10.11.2011
  • Sa, 24. Dezember 2011
    Bad Neuenahr / Ahrweiler
    Pressebericht zum Vortrag
    "Unsere Sicherheit im Internet"
    am 08.12.2011
  • So, 11. Dezember 2011
    Waldeck - Frankenberg
    Eigenbericht "Evakuierung
    deutscher Staatsbürger aus Krisengebieten gewährleistet"

 

Nachschau - Veranstaltung am 09.06.2010

 

Vortragsabend

zum Thema

Sicherheitspolitische und strategische Folgen

der globalen

Finanz- und Wirtschaftskrise

Referent:

Professor Dr. Günther Schmid

am Mittwoch, 09. Juni 2010, 19.30 Uhr

im Offizierheim neben der Graf-Werder-Kaserne,

Wallerfanger Str. 33, Saarlouis

*****

Sektionseigener Pressebericht

Weltwirtschafts- und Finanzkrisekrise –

die politischen Implikationen als Thema der letzten Veranstaltung der GfW-Sektion Saar im ersten Halbjahr 2010

Prof. Dr. Günther Schmid von der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung  des Bundes (München/Berlin) warf in der  Juni-Veranstaltung der Sektion Saar in der GfW die Frage nach den politischen Implikationen der aktuellen Weltwirtschafts- und Finanzkrise auf. Einleitend  machte er in seinen Ausführungen einen erheblichen Mangel an einer eingehenden Diskussion der eminent politischen Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise der Jahre 2007 ff. aus. Die einseitige Ökonomisierung der Krise habe völlig außer Acht gelassen, dass sie  schwerwiegende mittel- bis langfristige Verwerfungen des weltpolitischen Machtgefüges verursache bzw. vertiefe. Prof. Schmid: „Wir stehen vor einer neuen Vermessung der politischen Macht in der Welt.“

vlnr. Sektionsleiter Oberst a.D. Klaus Zeisig, Referent Professor Dr. Günther Schmid

Von diesem Befund aus diagnostizierte der Politikwissenschaftler ein Ende der sog. „pax americana“ mit einem relativen Machtverlust der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Position der einzig verbliebenen Supermacht bleibe eine Position auf Zeit. Trotz des in der veröffentlichten Meinung erzeugten Bildes einer Volksrepublik China mit  Supermachtperspektiven und –ambitionen werde es nicht zu einer „pax asiatica“ kommen. Der relative weltpolitische Machtzuwachs Chinas werde den relativen Machtverlust der USA nicht kompensieren können.

In das zu konstatierende (sich relativ gering  verändernde) Machtvakuum wird der immer größer werdende Einfluss der sog. BRIC-Staaten stoßen. Mit der Bezeichnung BRIC-Staaten werden Brasilien, Russland, Indien und die VR China zusammengefasst, also sog. „Schwellenländer“ („emerging countries“), die an der „Schwelle“ zum Weltmachtstatus stehen. In diesen Staaten sind die wirtschaftlichen Wachstumsraten am höchsten. Sie erzielen wachsende Anteile am weltweiten Wirtschaftsaustausch. Sie verfügen über große Rohstoffreserven (Russland) und über ein schier unerschöpfliches Potential an „human ressources“. Die reale Folge dieser Entwicklung ist der zunehmende diplomatische Einfluss dieser Staaten, ihr zunehmender Einfluss auf weltpolitisch wichtige Entscheidungen z. B. in Gremien und Unterorganisationen der UNO, in der WTO etc.

Klarer Ausdruck dieser i. e. S. politischen Einflussnahme auf die Weltpolitik aufgrund weltwirtschaftlicher Akzentverschiebungen ist  das Entstehen der G-20-Staaten, die als informelle inter-gouvernementale Institution (Steuerungsplattform) die G-7- bzw. G-8-Staaten zwar nicht völlig abgelöst haben, ihren Einfluss im  Verlauf der aktuellen  Weltwirtschafts- und Finanzkrise aber sichtbar vergrößert haben. Sie repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. Die wirtschaftlichen und politischen Gewichte innerhalb der G-20-Staaten haben sich in den letzten zehn Jahren zugunsten der BRIC-Staaten verschoben. Öl-exportierende Staaten, wie z. B. Saudi-Arabien, haben einen überragenden Einfluss auf die weltweiten Finanzströme.

Als Zwischenbilanz resümiert Prof. Schmid: „ Es hat trotz der vielen weltweiten Konferenzen keinen konstruktiven Ansatz zu einer neuen globalen Ordnung gegeben.“ Die Meinungsverschiedenheiten sind zu zahlreich, die Perzeptionen zu unterschiedlich. Es hat keine Übereinkunft gegeben zur Kontrolle der Banken, kein Konsens zur Finanzmarktkontrolle, kein Konzept zu ordnungspolitischen Strukturen. Stattdessen sieht Prof. Schmid eindeutige Anzeichen zum Protektionismus, Anzeichen für eine Re-Nationalisierung der Wirtschaftspolitik. Von 300 neuen Handelsrestriktionen entfielen allein 190 auf die G-20-Staaten. Prof. Schmid: „Der Wirtschaftsnationalismus ist wieder da.“ Als Ursache für den ausbleibenden Einigungswillen der Steuerungsplattform G-20-Staaten sieht er unterschiedliche Sichtweisen auf die globale Situation. Hier konkurrieren das europäische Integrationsmodell, die us-amerikanische Sicht des wohlwollenden Hegemons und das autoritäre chinesische Modell. Das europäische Integrationsmodell lässt sich nicht auf andere Weltregionen übertragen, das us-amerikanische Modell wird von den BRIC-Staaten abgelehnt und die chinesische Sichtweise eines „autoritären Kapitalismus“ ist wenig anziehend auf demokratische Strukturen.

Im Ergebnis, so Prof. Schmid, werden wir in den nächsten Dekaden mit multilateralen Strukturen rechnen müssen, mit einem Nebeneinander, Miteinander, vielleicht auch Gegeneinander von G-7/G-8-Staaten, von G-20, BRIC, ASEAN und/oder OPEC. Es gibt klare Tendenzen zur Rückkehr des Nationalstaats. Die Globalisierung wird sich entschleunigen. Das autoritäre chinesische Modell wird mit der freiheitlichen Variante eines neuen Kapitalismus konkurrieren, wie er in Indien beobachtet werden kann. Wenn es eine neue, eine asiatische Supermacht in den nächsten 20, 30 Jahren geben wird, dann wird es Indien sein.

Text: Gerhard Malburg, Dolbergstr. 32, 54422 Neuhütten/Hunsrück, Tel: 0171/2644987

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