Ein interessiertes Publikum
konnte der Sektionsleiter der Gesellschaft für Wehr- und
Sicherheitspolitik e.V., Oberst a.D. Dipl.-Ing. Haverbusch gemeinsam
mit der Deutschen Gesellschaft Atlantischen e.V. zum Vortrag von Dr.
Olaf Theiler "Die NATO vor neuen Herausforderungen - Die
Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts -" begrüßen.

Referent Dr. Olaf
Theiler mit Sektionsleiter Oberst a.D. Gerd-Heinz Haverbusch
Kaum ein militärisches
Bündnis mit über zwei Millionen Soldaten und 28 Staaten konnte in
der Geschichte bisher über 60 Jahre bestehen. Die Frage um die
Zukunft der Organisation wird nicht lauten, ob man sie weiterhin
braucht, sondern was für eine NATO benötigt wird. Welche Strategie
soll für das 21. Jahrhundert gelten wie wiederholte Terroranschläge
und offene Grenzen der Mitgliedstaaten, zudem bei fehlenden direkten
Bedrohungen?
In erster Linie zählt
innerhalb des Bündnisses eine tragfähige Solidarität - inzwischen
auch außerhalb der früheren NATO-Zonen - bei lokalen, regionalen und
internationalen Krisen, wo es auch um vitale Interessen der
Mitglieder geht.
Aspekte der kollektiven
Sicherheit werden stets neu zu beurteilen sein, wobei ein einzelner
NATO-Staat auch von seinem Vetorecht Gebrauch machen kann. Das gilt
besonders für den im Artikel 5 des Nordatlantikvertrages
vereinbarten gegenseitigen Beistand im Falle eines bewaffneten
Angriffes auf eines oder mehrere Bündnismitglieder.
Das neue
sicherheitspolitische Umfeld ist durch eine Vielzahl von Risiken
geprägt, welche die NATO in eine Konfliktverwicklung führen kann;
ein Beispiel war u.a. die mit Russland und Georgien.
Die neue NATO geht weiterhin
von einer kollektiven Verteidigung aus. Neben der politischen und
militärischen Stabilisierung nach innen und außen garantiert die
transatlantische Bindung ihrer Mitglieder deren Handlungsfähigkeit.
Auf eine aktive Allianzsolidarität und auf einen betonten
Zusammenhalt wird besonderer Wert gelegt.
Die Fähigkeit globalen
Handelns benötigt weltweit starke Partner wie z.B. einen internen,
strategischen Dialog zwischen den USA und Russland. Neue Bedrohungen
erfordern Prävention im weltweiten Rahmen in Verbindung mit
koordinierter Sicherheit. Eine Option der offenen Tür für
kooperationswillige Staaten bzw. Regionen zeugt von einem ständigen
Wandel der NATO in der Zukunft. Basen für die Abwehr feindlicher
Raketen werden in gegenseitigem Einvernehmen zu schaffen sein.
Atomares Abwehrpotential soll auf ein Mindestmaß als Abschreckung
erhalten bleiben. Aggressive globale Einflüsse dürfen
Bündnismitglieder existentiell nicht gefährden.