Nachschau - Veranstaltung am 24.03.2014

 

 

 

Vortragsabend

zum Thema

 Referent:

Dustin Dehéz
Chief Executive der Manatee Global Advisors

 Montag, 24. März 2014, 19:30 Uhr

Hotel Krupp, Poststr. 4,

53474 Bad Neuenahr

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Pressebericht

vom 28.03.2014

 Politik Aktueller Vortrag vor der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

Mit dem anerkannten Politikberater Dustin Dehez (links) hatte Gerd-Heinz Haverbusch einen kompetenten Analysten der Welt Politik zu Gast. Foto: privat

Kreisstadt. Europa befindet sich derzeit durch die Umwälzungen in der Ukraine in der schwersten Krise seit Ende des II. Weltkrieges. Die vom Westen praktizierte Politik der "Annäherung durch Wandel" an Russland sei gescheitert. Man habe es mit einer „Annäherung durch Handel" verwechselt. Handel allerdings brauche das große Russland. Diese Thesen vertrat der Publizist und Politikberater Dustin Dehez innerhalb einer Vortragsveranstaltung der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik am Montag im Hotel Krupp in Bad Neuenahr.

Im Westen sei geglaubt worden, man müsse nur die Hand ausstrecken und Russland werde sie ergreifen. Das funktioniere wohl auf wirtschaftlichem Gebiet, aber in der Politik habe sich dies nun als Illusion erwiesen. Man habe Putin völlig falsch eingeschätzt. Er sei eben kein „lupenreiner Demokrat". Er stehe in der Kontinuität der russischen Außenpolitik.

Für den Westen bedeute das, dass das Ausstrecken der Hand und dabei zu wünschen, dass der andere genauso lieb ist wie wir, nicht ausreiche. Herbe Kritik übte er an der Äußerung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, es dürfe in solchen Fallen wie dem derzeitigen keinen Reaktionsautomatismus geben. „Ja was denn sonst?", so Dehez. Man könne weitere Vorkommnisse dieser Art nur verhindern, wenn der Preis hoch und bekannt sei. „Schwache Sanktionen sind kein Signal der Entschiedenheit", so Dehez. Besonders für Estland sagte er schwere Zeiten mit Nachbarn Russland voraus. 

Dann allerdings würde es ernst, denn es sei ein Nato-Staat. Das Thema des vor langer Zeit mit Vorsitzendem Gerd-Heinz Haverbusch terminierten Vortrages „Afrika vor dem Sprung?" wurde durch die aktuellen Ereignisse überrollt. Trotzdem ging der Referent noch ausführlich auf die Situation auf dem schwarzen Kontinent ein. Afrika werde noch immer als der große, verlorene Kontinent angesehen. Noch vor wenigen Jahren habe er als Schlusslicht der globalen Wirtschaftsentwicklung gegolten. Das Bild könnte nach Ansicht des Politikexperten nicht verkehrter sein. Der Kontinent erlebe einen Wirtschaftsboom mit Wachstumsraten von mehr als sechs Prozent, gewinne an politischer Stabilität und entwickle zunehmend belastbare Strukturen. Der Aufstieg werde getrübt durch einige Staaten, die Gefahr liefen, den Anschluss auf Dauer zu verlieren. Bezeichnend ist, dass alle diese Staaten besonders autokratisch regiert würden. Während es in einigen westafrikanischen Staaten wie Togo, den landumschlossenen Staaten der Sahelzone, Burkina Faso und dem Tschad noch weit verbreitet bittere Armut gebe, so seien die Staaten Ostafrikas wie Kenia, Tansania und Mosambik schon deutlich weiter.

 

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