Struktureller Handlungsbedarf in
der deutschen Sicherheitspolitik?
GfW hatte zum
Vortrag „Auf der Suche nach
vernetzter
Sicherheit“ eingeladen

Generalleutnant a.D.
Kersten Lahl referierte am 16.01.2012 zum Thema "auf der Suche
nach vernetzter Sicherheit"
Bad Neuenahr. Einen Fachmann aus dem Gesamtrahmen der
Sicherheitspolitik zu einem Vortrag zu gewinnen, gelang dem Sektionsleiter
der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Oberst a.D. Dipl.
Ing. Haverbusch, zu dem Thema „Auf der Suche nach vernetzter Sicherheit“ mit
Generalleutnant a.D. Kersten Lahl, zuletzt Präsident der Bundesakademie für
Sicherheitspolitik (BAKS) in Berlin.
Die reale Ausgangslage bietet anspruchsvolle Bedingungen. Wir erleben die
Welt ständig im Umbruch; dadurch werden die Geschehnisse komplexer,
unberechenbarer und verwirrender, ja oft internationaler und das bei
immensem Tempo. Risiken haben sich verändert und auch erweitert. Akteure,
mit und ohne Verantwortung, nehmen direkten Einfluss auf die bisherige
Statik einer stabilen Sicherheitsarchitektur. Ein neues
Raum-Zeit-Verständnis nimmt uns durch den technologischen Wandel in
Anspruch.
Wie weit drohen weltumfassende Finanzturbulenzen zu globalen
Machtverschiebungen zu Lasten Europas und den USA beizutragen? Sie drohen,
nicht nur starke Länder weniger stark, sondern vor allem auch schwache
Länder noch schwächer werden zu lassen - mit all den bekannten Folgen von
Staatszerfall und sozialen Unruhen bis hin zu Organisierter Kriminalität und
unkontrollierter Migration.
Die andere Entwicklung betrifft das, was wir bewusst optimistisch als
„arabisches Erwachen“ bezeichnen. Dahinter verbergen sich neben berechtigten
Hoffnungen auch Risiken. Der weitere Wandel vor der südlichen Haustür
Europas berührt auch unsere Sicherheit unmittelbar. Bei einer
Lageeinschätzung zählen rein nationale Lösungen nicht mehr. Als Grundlage
brauchen wir Klarheit über unsere sicherheitspolitischen Interessen wie
Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. Mehrdimensionale Lösungsansätze führen
zu erhöhter Komplexität. Deshalb brauchen wir eine so intensive wie kluge
Vernetzung der Instrumente und Akteure auf allen Ebenen. Dabei muss nicht
„jeder alles können“. Nötig ist weiter strategisches Denken, das den Namen
auch verdient, kurz, Geduld und Weitsicht fördern nötige Präventionen. Eine
Strategielücke zeigt sich beim fehlenden Gesamtansatz im Sinne deutscher
„Sicherheitspolitischer Richtlinien“. Hier gäbe es einen verbindlichen
Kompass zu liefern, der die Schnittstellen zwischen den Aspekten der inneren
und äußeren Sicherheit besser definieren und so zu einem breiteren Dialog
über den sicherheitspolitischen Kurs unseres Landes führen könnte.
Pressemitteilung
Gesellschaft für
Wehr- und
Sicherheitspolitik e.V. Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler