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Vortragsabend
aus Anlass "20 Jahre
deutsche Einheit"
zum Thema
Die operative Westarbeit des MfS
Referent:
Joachim Lampe
Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof a.D.
am Dienstag, 31.
August
2010, 19.30 Uhr
im
Brauereigasthof Felsenkeller
Leipziger Str. 12, Fulda
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Sektionseigener Bericht
Vortrag zur Stasi - Westarbeit
Über die „operative
Westarbeit des Ministeriums für Staatssicherheit“ hat der Bundesanwalt
a.D. Joachim Lampe bei der Fuldaer Sektion der Gesellschaft für Wehr-
und Sicherheitspolitik gesprochen.
Sektionsleiter Michael
Trost konnte zu Beginn des Vortragsabend neben dem Referenten fast 70
Besucher, unter ihnen auch ein Dutzend jugendlicher Zuhörer, im
Brauereigasthof „Felsenkeller“ begrüßen.
„Wen wundert es
eigentlich noch“ fragte Michael Trost zur Einleitung, „dass inzwischen
viele Menschen den untergegangen DDR-Staat nostalgisch verklären und
selbst ehemalige MfS-Offiziere, obwohl sie es besser wissen müssten,
von sich behaupten, sie hätten doch nur dem Frieden gedient, wenn der
letzte Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière, kürzlich
behauptete, dass die DDR kein Unrechtsstaat gewesen sei?“
Der Referent erläuterte
zunächst die Aufgabe der Bundesanwaltschaft nach der Wende, die gegen
die Bundesrepublik gerichtete operative Tätigkeit des MfS komplex zu
ermitteln und strafrechtlich aufzuarbeiten. Auf der Grundlage von über
7000 Ermittlungsverfahren wurde das Charakteristische der „Spionage“
des SED-Regimes herausgearbeitet und die Funktion der
Auslandsaufklärung im SED-Staat analysiert. Die jährlichen
Planvorgaben hätten bestätigt, dass die Auslandaufklärung nicht auf
eine objektive Darstellung der Realität ausgerichtet war, sondern
ideologische Klischees zu bestätigen hatte. Das Feindbild hätte man
pflegen müssen – das Feindbild vom angeblichen reaktionären,
revanchistischen, aggressiven, imperialistischen Westen.
Der SED-Staat, so
Joachim Lampe, hätte seine Existenz aufgegeben, wenn er seine Politik
auf die tatsächliche sicherheitspolitische Lage ausgerichtet hätte.
„Die DDR fühlte sich angegriffen“ sagte Joachim Lampe und begründete
dies mit der Weigerung der Bevölkerung, dem System zu folgen, der
eigenen wirtschaftlichen Misere, nach außen von Westdeutschland und
damit von allen politischen, kulturellen, gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Erscheinungsformen, die Negativwirkung auf die DDR
entfalten konnten. Damit seien die wesentlichen Ziele der
Auslandsaufklärung genannt, nämlich Schutz der Souveränität der DDR
einerseits durch die Pflege des alten Feindbildes und andererseits
durch verstärkte Einbindung in die Inlandsrepression.
„Wenn die MfS-Offiziere
sagen“, so formulierte Joachim Lampe, „Wir haben dem Frieden gedient“,
„so sei das richtig, wenn als Friede der Herrschaftsfriede einer
Diktatur verstanden wird – die Friedhofsruhe, deren Preis immer
politische Unfreiheit und wirtschaftliche Stagnation ist.“
Zum Schluss des Referats
konnte Bundesanwalt a.D. Joachim Lampe aus seiner profunden Kenntnis
heraus im Besonderen die Hauptabteilung VIII der MfS-Hauptverwaltung
Aufklärung mit Markus Wolf an der Spitze darstellen, die das
Bundesgebiet mit einem Netz von Spitzeln überzogen hätte – u.a.
Taxifahrer, Hotelportiers, Personen mit Zugang zu öffentlichen
Registern, Hausfrauen, Schüler –, die Ermittlungen und Observationen
für alle möglichen, in der autistischen Sicht des SED-Regimes zu ihrer
Bedrohungslage liegenden Aufträge durchführten – bis hin zu
kriminellen Aktivitäten zur Rückführung von Republikflüchtlingen und
Liquidierung von Fluchthelfern und „Grenzprovokateuren“.
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Pressebericht

vom 07.09.2010
Vortrag zur Stasi
in der BRD
FULDA
Über „Die operative Westarbeit des Ministeriums für
Staatssicherheit“ hat der Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof a.D.
Joachim Lampe bei einer Veranstaltung der Fuldaer Sektion der
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik gesprochen.

Es war
die erste Vortragsveranstaltung der Fuldaer Sektion der Gesellschaft
für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) nach der Sommerpause. Der
Verein wollte mit dem Referat Lampes einer „nostalgischen Verklärung
der DDR entgegenwirken“, wie Sektionsleiter Michael Trost sagte.
Gerade junge Menschen liefen heutzutage Gefahr, auf
Geschichtsfälschung hereinzufallen.
„Es
war ein erfolgreicher Abend“
Unter
den zirka 50 Vortrags-Besuchern im Felsenkeller war auch eine
Handvoll Jugendlicher. Sie hörten eine anekdotenreiche Analyse über
die Arbeit der Stasi vor allem in der Bundesrepublik. Wie die über
den MfS-Spion Topas, der die NATO ausspioniert hat. „Diesem
Geheimbund war nicht leicht beizukommen“, sagte Joachim Lampe, der
nach der Wiedervereinigung aktiv an der strafrechtlichen
Aufarbeitung des SED-Regimes beteiligt war. „Es war ein
erfolgreicher Abend“, meinte Michael Trost im Anschluss an die
Veranstaltung. „Joachim Lampe hat das Thema ausreichend behandelt.“
Von unserem Redaktionsmitglied
Thomas Reinhold
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